Ergebnis der Vergabe
Deutschland – Dienstleistungen von Architektur-, Konstruktions- und Ingenieurbüros und Prüfstellen – Pfefferfließ - Rückbau der Verwallung zur Auslenkung in die Möllenwiesen und Entwicklung von Auengewässern
Beschreibung
Die zu erbringenden Planungsleistungen gliedern sich in Grundleistungen HOAI und in besondere Leistungen. Der Auftrag bezieht sich auf die Leistungsphasen 1 bis 9 HOAI. Die im Rahmen dieser Leistungsphasen vorgesehenen Grundleistungen sind vollständig zu erbringen. Die Beauftragung der Planungsleistung erfolgt stufenweise/optional (Optionsvertrag). Die Gewässerstrukturgüte des Planungsabschnittes ist deutlich bis stark verändert. Maßgeblich sind die strukturellen Defizite im Bereich der Sohle. Im Rahmen der Vor-Ort-Kartierung wurde die Sohle als sehr stark bis stark verändert eingestuft. Flussholz ist der wichtigste Strukturbildner in den Fließgewässern des Norddeutschen Tieflands. Die strukturelle Entwicklung des Pfefferfließ-Unterlaufes ist gemäß den hydromorphologischen Steckbriefen des Fließgewässertyps für den Wasserkörper DE58488_418 an Typ 12 (organisch geprägte Flüsse) bzw. am Wasserkörper DE58488_419 an Typ 11 (organisch geprägte Bäche) auszurichten. Lt. Hydraulischer Modellierung (Stand 2019) tritt ein Hochwasserabfluss des Pfefferfließes in der Regel zusammen mit erhöhten Durchflüssen der Nieplitz bzw. mit erhöhten Seewasserständen des Blankensees auf. Vor dem Hintergrund des Wasseraustausches mit der Nieplitz bzw. dem Blankensee stellen die Grünländer unterhalb von Station 3+700 km (u. a. Möllenwiesen) aufgrund ihrer geringen Geländehöhen einen natürlichen Überschwemmungsraum bei Extremereignissen dar. Insgesamt werden unterhalb von Station 3+700 km im IST-Zustand bei einem modellierten HQ100/HW100-Ereignis ca. 1,9 Mio. Kubikmeter Speicherraum auf einer Fläche von etwa 3,8 km² ausgeschöpft. Darüber hinaus konnte mit der Modellierung nachgewiesen werden, dass mit dem rechtseitigen Rückbau der Verwallung zwischen Station 2+700 - 3+500 einem Rückstaueffekt durch Flussholz im Pfefferfließ im Normalfall- und Extremfall wirkungsvoll begegnet werden kann. Lt. Hydraulischer Modellierung (Stand 2019) führt das Belassen bzw. der Einbau von Totholz im Gewässer bei Niedrigwasserabflüssen zu leicht erhöhten Wasserständen (etwa 10 cm). Dies würde zu einer Stützung von Niedrigwassersituationen (siehe extrem trockene Sommer 2018 und 2019) beitragen. Es resultieren daraus geringere Flurabstände zum umliegenden Gelände und eine Förderung gewässernaher Feuchtgebiete. Damit trägt diese Maßnahme zur Verringerung von Torfdegradation bei. Das Pfefferfließ verläuft zwischen Fließ-km 6+400 bis 3+500 in einem kanalisierten Bett, während der ursprüngliche Verlauf als begradigtes, östlich begleitendes Grabensystem noch vorhanden ist. Der unmittelbare Niederungsbereich besteht ausschließlich aus Grünland mit wechselnden Feuchtstufen. Die Anbindung des Altlaufes bzw. des Grabensystems zielt auf eine Laufverlängerung des Gewässers und eine damit einhergehende Verzögerung des Abflussgeschehens ab, welche die Retentionsfunktion der moorigen Niederungsaue stützt. Im aktuellen Lauf und Altlauf ist die ökologischen Durchgängigkeit bzw. eine durchgängige Gewässersohle an Durchlässen bzw. Anlagen (rauhe Gleite) herzustellen. Durch den Planer ist zunächst die Vorplanung im Leistungsbild der Ingenieurbauwerke LP 1-2 einschließlich besonderer Leistungen und einer Zulage für Leistungen zur Biotopgestaltung (Totholz, Strukturmaßnahmen, ökologische Gewässergestaltung) gem. Leistungsbild Freianlagen zu erbringen (Phase 1). Nach erfolgreichem Abschluss der Phase 1, dem Vorliegen der Vorplanung, erfolgt optional der Abruf der Phase 2. In der Phase 2 sind umfangreiche naturschutzfachliche Leistungen gefordert. Mit dem Vorliegen der Genehmigungsplanung, wird die behördliche Zulassung des Vorhabens bei der Oberen Wasserbehörde beantragt. Die Phase 2 endet mit Vorlage der behördlichen Zulassung. Im Anschluss daran erfolgt optional der Abruf der Phase 3.
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Analyse ansehenAngaben aus der Bekanntmachung
- Ort
- Potsdam
- Bundesland
- Brandenburg
- CPV
-
71000000 — Dienstleistungen von Architektur-, Konstruktions- und Ingenieurbüros und Prüfstellen
Weitere: 71240000 - Veröffentlicht
- 25.04.2024
- Zuschlag am
- 15.10.2020
- Kennung
- 48e489c8-19a1-4cb4-bda7-fa87855eacea
- Quelle
- TED (EU-Amtsblatt)
Lose
- Los 0
Zum Vergabeportal
Verbindlich sind allein die Angaben auf dem Vergabeportal. Stand dieser Seite: 25.04.2024, 02:00.